Thermoplastischer 3D-Druck (T3DP)

Thermoplastischer 3D-Druck (T3DP)

Quelle: Fraunhofer IKTS

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Der Thermoplastische 3D-Druck ist die bislang einzige additive Fertigungsmethode für keramische Bauteile, die materialunabhängig und zum Aufbau mehrkomponentiger und/oder gradierter Bauteile angewendet werden kann. Das Verfahren beruht auf der Verwendung von partikelgefüllten thermoplastischen Massen mit niedriger Schmelztemperatur (80–100 °C). Die Viskosität der Masse ist dabei relativ niedrig verglichen mit reinen Thermoplast-Materialien, die für das herkömmliche Fused Deposition Modeling (FDM) Anwendung finden.

Schematische Darstellung des Thermoplastischen 3D-Druckens

Bei diesem Verfahren erfolgt der Auftrag des Materials nicht vollflächig, sondern nur an den Stellen, an denen es benötigt wird. Eine heizbare Dispenseinheit, die in allen drei Raumrichtungen angesteuert wird, bewegt sich über eine fest stehende Plattform, auf der eine Metall- oder Glasplatte als Träger für das Keramikmaterial fixiert ist. Die thermoplastische Masse wird zur Verarbeitung durch Wärmezufuhr in einen fließfähigen Zustand überführt und erstarrt sofort wieder bei Abkühlung. Dadurch erfolgt die Verfestigung der Masse nahezu unabhängig von den physikalischen Eigenschaften der verwendeten Pulver. Es können mehrere Vorratsbehälter und Dispenseinheiten verwendet werden und somit unterschiedlichen Materialien ortsaufgelöst in einem Bauteil abgeschieden werden.

Über T3DP hergestellte Wendeschneidplatte aus WC-Co

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